Bernd Delbrügge Band

IST DAS JAZZ? BLUES? SOUL? FRAGEN, DIE KEINEM MUSIKER FREMD SIND. AUCH NICHT BERND DELBRÜGGE. AUF JEDEN FALL IST SEINE MUSIK DIE, DIE ER SELBST GERNE MORGENS UM ZWEI AM TRESEN SEINER LIEBLINGSBAR HÖREN MÖCHTE. DESHALB NENNT DER KÖLNER SAXOPHONIST SIE AUCH »TRESEN-JAZZ« UND VERORTET SIE »IRGENDWO ZWISCHEN DUKE ELLINGTON, TOM WAITS UND CLÄRCHENS BALLHAUS«. WOMIT EIN STILMIX AUS SOUL, JAZZ, BOOGALOO, BLUES UND – JA! – AUCH POP GEMEINT IST.

Bernd Delbrügge Band, Foto © Claudio Kalex

Digital war gestern! Die Aufnahmen für das Debütalbum der Band werden im Tonstudio von Dirk Baldringer ausschließlich mit Oldschool-Klangerzeugern realisiert. Zum Einsatz kommen u.a. originale Wurlitzer- und Fender-Rhodes-Pianos, die legendäre Hammond-B3-Orgel und ein akustischer Konzertflügel. Aufgezeichnet wird mit einer AEG 2-Zoll 24-Spur-Bandmaschine aus den 70ern, und Delbrügges Telefunken-Mikrofon stammt aus dem Jahr 1963. Ringo Starr hat ein baugleiches Exemplar bei den Aufnahmen der Beatles benutzt.

Bernd Delbrügge Band, Foto © Claudio Kalex

Die Band spielt das komplette Album live im Studio ein, und das dabei praktizierte »Retro« Aufnahmeverfahren liefert die klangliche Wärme und Komplexität, die dieser Formation und ihrer Musik gerecht wird. Für Bernd Delbrügge ein Grund mehr, die Veröffentlichung des Albums adäquat auf Vinyl zu planen.

Bernd Delbrügge Band, Foto © Claudio Kalex

Delbrügge und seine Bandkollegen Gert Kapo (keys), Gero Gellert (bass) und Dirk Ferdinand (drums) verstehen sich prächtig auf das Anrichten von Grooves und kochen auch solistisch nicht auf kleiner Flamme. Für die vier Herren gibt es keine musikalischen Grenzen. Mit »il mio Topolino« entführen sie uns nach Italien, mit »Hop Hop« sind wir mitten drin in einem funky New Orleans Meters-Groove. »Fünf gerade lassen« servieren sie uns in einem zappaesken 5/4-Takt, und zum herrlich schaukelnden »Drunken Man ́s Boogaloo« nehmen wir den letzten Absacker an der Bar. Ein britischer Musikjournalist schrieb: »Just when I planned to move on, Delbrügge pulls an Ace from the pack in the form of Tom Waits classic ‚New Coat of Paint’. I’m going to catch a later train.«

T.C. BOYLE Abend mit Gerd Köster.

Bernd Delbrügge Band & Gerd Köster, Foto © Silvia Lamprecht

Bernd Delbrügge und Gerd Köster teilen nicht nur musikalische Vorlieben. Sie sind auch beide erklärte Fans des US-amerikanischen Schriftstellers T.C. Boyle. Da liegt der Gedanke eines gemeinsamen T.C. Boyle Abends mit Musik und Lesung nahe. Gerd Köster liest aus „Drop City“, der herrlich durchgeknallten Story einer kalifornischen Hippie Kommune, die sich vom Marihuana beflügelt nach Alaska aufmacht, um dort die große Freiheit zu leben. Was natürlich nicht gut gehen kann. Sehr gut zusammen gehen allerdings die Grooves der Bernd Delbrügge Band und Gerd Kösters Vortrag. Musik und Lesung fusionieren an diesem Abend zu einem großartigen Hör- und Bühnenerlebnis. 

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"Kölns bekanntester Saxophonist" (Express)